Schaut her, wie es uns dabei ergangen ist.
Viel wird gebaut auf den Straßen Russlands. Teils ein Dauerzustand, weil eben nur herumgeflickt wird. Teils sind es aber echte Straßen- verbreiterungen. Geht es so weiter, wird die M10, die für die 700 Kilometer zwischen Moskau und St. Petersburg steht, zur Rennstrecke.
Wir sind schön brav, fahren keine Rennen beim Weg in die russische Hauptstadt. Am Rand der Straße stehen Teeverkäuferinnen mit ihren rauchenden Samowaren und warten auf russische, ukrainische und belorussische Fernfahrer, die eine Tasse Tee kaufen wollen. Das bessert die Renten der Verkäufer auf und hält den LKW-Fahrer fit.
Hopperla, was hängt denn da? Am besten ein bisschen näher dran, gell ihr Männer!
Ja, jetzt ist die Sicht klar. Schön, dass euch auch die in Plastik steckenden Teddybären und die Glasvasen so sehr fesseln. Vasen und Teddys sind schon ein wahrer Hingucker, so dass die farbenfrohen Handtücher von Männeraugen oft übersehen werden…
Auch unser zweites Teamfahrzeug ist immer dabei. Ob Handtücher oder Panne – sie sind für alles zu haben.
Im Moskauer Gebiet. Der Verkehr schwillt merklich an, und dass, obwohl wir antizyklisch fahren. Der Berufsverkehr läuft raus, wir fahren rein.
Noch vor der Sammelstelle zur gemeinsamen Einfahrt nach Moskau geht nichts mehr. Auf beiden Seiten. Da brutzeln nun Abertausende Insassen in ihren Blechkühen und hoffen auf baldige Stauauflösung.
Wir stehen in diesem Stau fast 18 Stunden – wenn man die Wartezeit eines jeden Reisemobils unserer Gruppe addiert…
Die Sammelstelle auf dem riesigen Parkplatzterminal vor den überall entstandenen Hypereinkaufszentren, so groß, dass man amerikanische Malls glatt vergessen kann. Alle Reisemobilisten sind hoch gespannt auf die nun folgende Einfahrt nach Moskau. Schwierige Passagen machen wir nämlich immer gemeinsam. Und eine Fahrt ins Innere dieser Stadt ist schon wirklich heftig.
Auf geht’s, zunächst fahren wir in den MKAD, den über 200 Kilometer langen Autobahnring um Moskau ein. Noch fließt der Verkehr.
Mit viel Glück erhasche ich dieses Bild. Eine Lücke im Verkehr und ich kann das auf der anderen Seite gelegene Blumenbeet „MOCKBA“ – Moskau erblicken.
Bald aber ist Schluss mit dem Entzücken über Lücken. Der MKAD ist wieder mal dicht. Stehen, etwas Rollen, dann wieder stehen. Anders geht es nicht. Der Fahrzeugbestand in Moskau hat sich in wenigen Jahren versechsfacht!!! Tagsüber kommt der Verkehr aufgrund hoher Fahrzeugaufkommen oft zum Erliegen. Wer hätte das vor 15 Jahren gedacht. Da gab es in ganz Moskau nicht mal nennenswerte Parkeinschränkungen.
Auch die Einfallstraßen ins Zentrum der wilden und teuersten Stadt der Welt sind wieder mal zu. Was ist das für ein Gefühl. Da hast du 18 Reisemobile hinter dir und musst sie durch diesen Wahnsinn schleusen. Aber wir sind gut aufgestellt. Ich habe mein Team auf drei weitere Positionen im Konvoi verteilt. Es gibt Sollbruchstellen des Konvois, sodass dann der nächste vom Team weiterführen kann. Und die Ausstattung mit Karten und Wegbeschreibung sorgt für einen doppelten Boden. Da macht uns keiner mehr was vor!
Aha, dass ist der Grund des Staus auf der Einfallstraße. Wieder einmal hat es gescheppert. Die Jungs aus Moskau fahren einfach einen ganz heißen Stiefel. Aber wir bleiben cool, sind in der Gruppe gaaaanz stark.
Nach 3 Stunden MKAD und Einfahrt ins Zentrum sind wir am Ziel. Das Danilowkloster des Patriarchen Alexei II. Ohne Blessuren stehen alle nun im Innern des heiligen Ortes. Ein brutal teurer Standplatz, der aber glücklicherweise im Reisepreis inkludiert ist. Besser als hier kann man in Moskau nicht stehen. Ruhig, sauber, sicher, total zentral, nur 3 Metrostationen bis zum Roten Platz.
Ihr seht, auch die Hürde „Einfahrt Moskau“ haben wir genommen. Morgen geht es auf Erkundungstour der verrückten Stadt Moskau, die ihre eigenen Gesetze hat. Schaut einfach wieder rein.
Bye
Kostya
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